Erbe ausschlagen

Wie schlage ich das Erbe aus?

Wenn Sie Erbe geworden sind, können Sie nun wegen einer Überschuldung die Erbschaft auch ausschlagen. Doch es muss gut überlegt sein, das Erbe aus zuschlagen, ist es wirklich der richtige Weg dies zu tun? Zunächst einmal ist es ratsam, sich vor einer Erbausschlagung gut beraten zu lassen. Sie haben zudem genug Bedenkzeit, in der Sie überlegen können, ob Sie das Erbe annehmen möchten oder eben nicht. Das Haftungsrisiko kann man durch die Aufstellung eines Nachlassverzeichnisses in dieser Zeit auch begrenzen. Eine übereilte Entscheidung,  das Erbe auszuschlagen, kann für den Erben auch von großem Nachteil sein. Lesen Sie hier Informationen zur Erbe ausschlagen ...

Erbe ausschlagen – die Frist
Die Frist zum Ausschlagen des Erbes beträgt gesetzlich festgelegt 6 Wochen.
Eine längere Frist von  6 Monaten gilt dann, wenn der Erblasser seinen alleinigen Wohnsitz im Ausland hatte. Dasselbe gilt, wenn sich der Erbe bei Eintritt des Erbfalls im Ausland befunden hat. Die Frist beginnt abzulaufen, wenn

Im letztgenannten Punkt kann die Kenntnis erst mit der Eröffnung des Testaments beginnen. Es ist für den Fristablauf allerdings unerheblich, ob der Erbe bei der Verkündung persönlich anwesend war. Mit dem Eintritt des Erbfalles ist auch der  Erbvertrag gültig.

Erbe ausschlagen – schriftliche Erklärung
Wenn der Erbe zu dem Ergebnis kommen sollte, dass er die Erbschaft ausschlagen muss, ist es zwingend notwendig, diese Ausschlagung zur Niederschrift beim zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht) oder beim Notar ausdrücklich zu erklären.

Eine Erbschaft auszuschlagen, kann nicht mit Bedingungen verknüpft werden. Auch eine Teilausschlagung ist nicht möglich. Der Erbe hat im Falle der Annahme die Haftung für die Schulden des Erblassers zu übernehmen. Eine Ausschlagung nur für den Fall, dass der Nachlass überschuldet ist, wäre ebenfalls eine nicht erfüllbare Bedingung.

Wenn ein Nachlass total verschuldet ist, kann es tatsächlich notwendig sein, das Erbe ablehnen zu müssen. Es bliebe den Erben allerdings zur Ermittlung der Schulden auch die Einsetzung einer Nachlassinsolvenz. Die Erben wüssten danach genau, welches Risiko auf sie zukommt. Danach könnten sie immer noch die Erbausschlagung in Erwägung ziehen.

Durch die heutige mobile Gesellschaft driften auch immer mehr Familien räumlich weit auseinander. Häufig passiert es auch, dass ein Erbenermittler tätig werden muss, um die potentiellen Erben zu finden. Die Kosten dieser Erbenermittlung werden aus dem Nachlass bezahlt. Viele nützliche Tipps und Hinweise zum Erben und vererben und auch zur Ausschlagung erhalten Sie auf unseren Seiten.


Erbauseinandersetzung

Wenn das Erbe nicht durch ein Testament geordnet ist, kommt es zudem oft zu einer Erbauseinandersetzung, dies ist besonders dann der Fall, wenn der Erblasser das Erben Pflichtteil nicht entsprechend berücksichtigt hat in seiner letztwilligen Verfügung.

Häufig kommt es auch zur Teilungs-versteigerung oder zur Abwicklungtes-tamentsvollstreckung, wenn sich die Erbengemeinschaft nicht einige wird.

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